Streckenrekorde im Bienwald und ein Lemming-Damen-Vierfachsieg

Mittwochabend, 8. Juli, Bienwald bei Scheibenhardt. 49 Fahrer:innen rollen zum internen Zeitfahren der Lemminge an die 22 Kilometer lange, pfeilschnelle Strecke Richtung Steinfeld, entlang der französischen Grenze. Nach durchwachsenen Jahren zeigt sich der Sommer diesmal von seiner besten Seite: warm, trocken, kaum Wind. Bessere Bedingungen für schnelle Zeiten gibt es kaum, und das schlägt sich direkt in den Ergebnissen nieder.

Den Beweis liefert Ben Witt (Team Strassacker). Der Gastfahrer fliegt in 27:40 Minuten über den Kurs, im Schnitt 47,8 km/h, und schraubt den Streckenrekord weiter nach unten. Schon im Vorjahr hatte er mit 27:59 die Bestmarke gesetzt, nun nimmt er ihr noch einmal 19 Sekunden ab. Schneller war hier (bisher) noch nie jemand. Wie stark der Abend besetzt ist, zeigt der Blick auf Platz zwei: Samuel Möhler fehlen am Ende nur zwölf Sekunden auf den Rekord (27:52). Dahinter reihen sich mit Christian Krämer (28:24), Dennis Fleckenstein (28:34) und Holger Körner (28:38) gleich drei weitere Lemminge ein. Die schnellsten Reifen des Abends tragen also fast durchweg das Lemming-Trikot.

Bei den Frauen bleibt der Abend komplett in Lemming-Hand. Theresa Körner fährt mit 31:11 (42,4 km/h) nicht nur die schnellste Frauenzeit. Sie löst dabei noch Lisa Kromm als Streckenrekordhalterin ab und gewinnt auch die berechnete Wertung ganz ohne Bonus. Hinter ihr komplettieren Bettina Schwind, Madeleine Schwedes und Tammy Kettenmann einen perfekten Vierfachsieg.

Gewertet wird im Bienwald aber nicht nur nach reiner gefahrener Zeit. Ein Bonussystem rechnet Alter und zum Beispiel den Verzicht auf einen Zeitfahraufsatz an und macht die Leistungen über alle Generationen und Material vergleichbar. Genau hier schlägt wieder die Stunde von Bernd John (RVE Rodenbach). Mit 75 Jahren fährt er eine Nettozeit von 31:28 und kommt dank des Altersbonus auf 24:38 herunter. Damit gewinnt er einmal mehr die berechnete Wertung, vor Ben Witt (26:40) und Rainer Hoke (26:49).

Wie weit dieses System spannt, zeigt Platz fünf. Dort landet Max Helwing, mit Jahrgang 2008 einer der Jüngsten im Feld und als bester Lemming der berechneten Wertung. Zwischen ihm und Sieger Bernd John, Jahrgang 1950, liegen 58 Jahre und doch tauchen beide vorne im selben Klassement auf. Der Ältere kurbelt mit Erfahrung und Bonus nach vorne, der Jüngere mit purer Wattzahl. Genau das ist der Reiz des Bienwald-Formats.

Dass Ben Witt überhaupt Jahr für Jahr in den Bienwald kommt, ist kein Zufall. Der Gastfahrer schätzt die Abende mit den Lemmingen, das Einzel- genauso wie das Bergzeitfahren. Bei Traumwetter, 49 Starts und guter Stimmung an der Strecke war es einer dieser Abende, die genau das erklären und den Bienwald zur festen Größe im Lemming-Kalender machen.

Dank:

Ein großer Dank geht an alle Helfenden an der Strecke und an der Zeitnahme. Über raceresult steht wie gewohnt eine detaillierte Ergebnisliste bereit.

Service:

Ergebnisse: my.raceresult.com/400283/results
Strecke: 22 km, flach, Bienwald bei Scheibenhardt, Wendepunkt Steinfeld, entlang der französischen Grenze
Text und Bilder: Patrick Harms