„KÜRZER!“ – Wie die Lemminge in Waiblingen die Lücken schließen
Gleich drei Teams der Lemminge gingen am 10. Mai in Waiblingen an den Start. Neben den Routiniers der Masterinnen und Master war ebenfalls das Team der 3. Baden-Württemberg-Liga heiß auf den Start. Dass Triathlon hierbei auch aus der Disziplin „Organisation“ und dem flexiblen Reagieren auf unverhoffte Umstände besteht, zeigte sich im Teamwettkampf recht deutlich.
Während die Teamaufstellung der Masterinnen und der 3. Liga weit im Voraus geplant, Kreiseleinheiten absolviert und letzte Feinheiten sowie Carboloading am Abend davor bei selbstgemachter Pizza ausgetüftelt wurden, wurde in der Woche vor dem Wettkampf die Teamfindung der Master aufgrund einiger Krankheiten bis auf den letzten Mann ausgereizt. Dabei zeigte sich auch wieder, dass Lemminge (oder Triathleten) hierbei selbstlos agieren, denn Ersatz fand sich ausgerechnet beim eigentlich verletzten Volkmar Roth. Hierfür an dieser Stelle ein großes Dankeschön!
Am Wettkampftag zeigt sich der Wettergott gnädig. Es verspricht nach einer verregneten Woche ein sonniger und warmer Tag zu werden. Die mitgebrachten (und glücklicherweise erlaubten) Neoprenanzüge bleiben somit im Rucksack. Nun stehen die Teams vor der nächsten Herausforderung: Räder, Wechselboxen und nicht zuletzt die Athleten müssen in die Transporter verladen werden. Gesagt, getan. In Waiblingen angekommen, wird zunächst die etwas mehr als 5 km lange Laufstrecke in Teilen begutachtet und in den verschiedenen Teams die 20 km lange Radstrecke abgefahren, welche aus vier Runden mit insgesamt acht Wendepunkten besteht. Auch das Schwimmen hat mit Jagdstart und Linksverkehr im Becken eine besondere Note bekommen.
Aufgrund der hervorragenden Performance beim Lemming Swim&Run dürfen die Drittligisten (Albert Ratschinski, Maximilian Müller, Tobias Braunbarth, Simon Zeidler) als erstes Team ins Wasser. In ihren jeweiligen Startgruppen folgen die Masters (Alexander Eck, Daniel Flöter, Stefan Kuse, Volkmar Roth) und Masterinnen (Petra Halbich, Andrea Raubach, Andrea Zerr und Susanne Hänle) in der zweiten Welle. Schnell zeigt sich, dass Taktik im Wettkampfbetrieb nicht immer einfach umzusetzen ist – und so kommen zwei Athleten der Drittligisten mit einer Minute Vorsprung aus dem Wasser. Durch die schnellen Wechsel der anderen entpuppt sich dies jedoch als Glücksfall.
Die Radstrecke mit Anstiegen zu beiden Wechselpunkten sorgt bei harten Anfahrmanövern immer wieder für „KÜRZER!“-Rufe. Denn im Teamwettkampf bedeutet eine aufgerissene Lücke von 50 m ein DNF für die betroffenen Athleten. Dies wird vom Veranstalter auch rigoros umgesetzt, sodass zahlreiche Teams Federn lassen müssen. Die Lemminge können sich jedoch gut zusammenhalten und damit zu viert auf die Laufstrecke gehen. Da am Ende die Zeit des dritten Athleten ausschlaggebend für die Wertung ist, schieben die laufstärkeren Teammitglieder, was die Beine hergeben, und sorgen damit für die eine oder andere neue 5-km-PB.
Schlussendlich ist es für die erfahrenen Athleten wie auch für die Debütanten ein schönes Event, welches den Teamgedanken der Lemminge nachhaltig stärkt.
Alle Ergbnisse sind auf RacePedia zu finden.
Text: Simon Zeidler, Fotos: Lemminge und Verena Scholl




