BWTV-Ligafinale am Schluchsee

Ein voll gepacktes Rennwochenende im Schwarzwald: Sämtliche Teams der Karlsruher Lemminge treten beim traditionellen Saisonfinale am Schluchsee an. Von glänzenden Einzelsiegen über feinstes taktisches Teamplay bis hin zu spontanen Ersatz-Einsätzen, starken Frauen-Splits und unglücklichem Materialpech ist bei diesem Ligawochenende wirklich alles geboten.

1. Männer-Landesliga: Taktischer Aufwand, am Ende Platz 7

Schon vor dem Startschuss der 1. BWTV-Liga steht fest, dass im Kampf um die vorderen Tabellenplätze jeder Punkt zählt. Das Team entscheidet sich daher für eine klare Aufteilung: Während Samuel Möhler an der Spitze freie Hand hat, agiert das restliche Quartett als taktische Formation, um die laufstarken Starter auf dem Rad in Position zu bringen.

Aufholjagd nach zähem Start

Der Start im Schluchsee verläuft für Samuel Möhler etwas zäh. Anfangs ist er komplett eingebaut und kann seine eigentliche Schwimmstärke erst nach der ersten Boje ausspielen. Nach dem Ausstieg aus dem Wasser startet er jedoch die Aufholjagd: Gemeinsam mit dem Freiburger und Ex-Lemming Stephan Petrik verkürzt er den Abstand zu den vorderen Gruppen auf dem Rad und bläst auf der Laufstrecke zur Attacke. Mit einer Laufzeit von 34:10 Minuten sammelt Samuel Konkurrent um Konkurrent ein und rettet mit dem 8. Gesamtplatz ein starkes Einzelergebnis für das Team.

Der Lemminge-Express arbeitet auf dem Rad

Dahinter entfaltet sich das abgesprochene Teamplay. Die schnellen Schwimmer Erik Schöfer und Dennis Fleckenstein drücken im Wasser von Beginn an aufs Tempo. Erik entsteigt dem See mit rund einer Minute Vorsprung auf seine Teamkollegen, schaltet auf dem Rad jedoch sofort um und wartet auf Dennis und Niklas Felhauer. In der ersten von zwei harten Radrunden wird unter der Führungsarbeit von Dennis mächtig Druck auf die Pedale gegeben, um die Gruppe nach vorne zu bringen.

In Runde zwei folgt der zweite Teil des Matchplans: Dennis lässt sich leicht zurückfallen, um auch noch den laufstarken Dominik Beck heranzufahren. Erik nimmt daraufhin etwas Druck vom Pedal, um Niklas in der vorderen Gruppe ziehen zu lassen, und fungiert fortan als Absicherung nach hinten. Zur Hälfte der zweiten Runde kommt es zum Zusammenschluss: Dennis, Erik und Dominik rollen gemeinsam dem Wechsel entgegen und setzen kurz vor der Wechselzone sogar noch einen kleinen Ausreißerversuch.

Ergebnissicherung beim Laufen

Wie geplant gehen Dominik und Erik gemeinsam auf die vier Laufrunden. Während Dominik mit einer Laufzeit von 36:44 Minuten noch einige Plätze gutmacht und sich auf Platz 35 vorkämpft, hält Erik direkt dahinter die Stellung und finisht auf Platz 46. Niklas komplettiert mit einem konstanten Rennen auf Platz 40 das offizielle Lemminge-Trio für die Mannschaftswertung (Tages-MPZ 83). Dennis, der sich auf dem Rad für das Team komplett aufgerieben hat, beißt sich auf der Laufstrecke durch und kommt auf Platz 60 ins Ziel.

Am Ende reicht es in der Tageswertung am Schluchsee für den 8. Platz. Da die Konkurrenz im Mittelfeld der Tabelle extrem eng beieinanderliegt, bedeutet dieses Ergebnis im Gesamtklassement einen Rückfall von Platz 3 auf Platz 7.

Trotz der Enttäuschung über das Endergebnis zeigt das Finale eindrucksvoll, wie besonders der Ligamodus im Triathlon ist. Hier entscheiden nicht nur die stärksten Einzelathlet:innen über Erfolg oder Misserfolg, sondern vor allem kluge Teamarbeit und taktisches Geschick. Genau diese taktische Komponente macht die Liga so reizvoll und zugleich gnadenlos: Jede Sekunde, jede Positionsverschiebung und jede taktische Entscheidung kann am Saisonende über mehrere Tabellenplätze entscheiden.

Frauenliga: Starke Einzelsplits und Top-5-Platzierung in der Tabelle

Einen rundum gelungenen Saisonausgang feiert das Frauenteam der Lemminge. Am Schluchsee zeigen die Athletinnen noch einmal geschlossene Teamleistungen und behaupten sich souverän im Feld.

Angeführt wird das Quartett von Sabrina von Koch, die ein hervorragendes Rennen erwischt. Sie steigt bereits als starke Siebte aus dem Wasser (24:31 Minuten) und behauptet diese absolute Spitzenposition mit der siebten Radzeit (1:03:42 Stunden) auch auf dem anspruchsvollen Radkurs. Nach einem soliden Lauf finisht Sabrina auf einem hervorragenden 13. Gesamtplatz.

Dahinter folgt Amelie Hotz, die nach einem konstanten Wettkampf auf Platz 41 (2:26:59 Stunden) ins Ziel einläuft. Madeledes Schwedes sichert sich Platz 47 (2:33:36 Stunden) und kann dabei vor allem auf der Laufstrecke überzeugen, wo sie mit einer Zeit von 47:38 Minuten noch einmal einige Plätze gutmacht. Constanze Preunkert kämpft sich ebenfalls tapfer durch die drei Disziplinen und komplettiert das Lemminge-Quartett auf Platz 73 (2:58:11 Stunden). In der Abschlusstabelle der Liga behaupten die Damen damit erfolgreich ihren starken 5. Gesamtplatz.

Masters & Masterinnen: Tagessieg und starke Kampfleistungen

Bei den Masters überzeugt das gesamte Aufgebot durch großartige Moral – allen voran ein überragender Thomas Martin.

  • Herren: Thomas krönt seine stetige Leistungsentwicklung der letzten Jahre (nach den Plätzen 2 und 3) mit einer herausragenden Vorstellung und sichert sich verdient den 1. Platz in der Tageswertung. Auch Timo Rothweiler (Platz 17), Moritz Golke (Platz 32) und Frank Pählke (Platz 38) überzeugen mit großem Einsatz auf der Radstrecke und einer kämpferischen Leistung beim anschließenden Lauf.
  • Masterinnen: Marion Roth schlägt sich beim Schwimmen wacker durch das ehrgeizige Männerfeld und genießt die Freude, einige Athleten hinter sich zu lassen. Auf der Radstrecke meistert sie ihr erstes Rennen mit Klickpedalen und setzt gelernte Tipps souverän um. Andrea Zerr fühlt sich in heimatlichen Gefilden wie zuhause, während Gabi Rosenkranz die Bedingungen und die Stimmung entlang der Strecke sichtlich genießt. Bettina Schwind wird leider von zwei Defekten auf der Radstrecke ausgebremst; bei der anschließenden Aufholjagd verbraucht sie genau die Körner, die ihr später auf der Laufstrecke fehlen.

3. Männer-Landesliga: Überraschende Einsätze und viel Moral

Das Rennen der 3. Liga bietet von kurzfristigen Startzusagen über starke Einzelleistungen bis hin zu Materialpech die volle Bandbreite des Triathlonsports.

Für Fabian und Maximilian beginnt das Wochenende überraschend: Beide erfahren erst zwei Tage vor dem Rennen, dass sie nicht wie geplant als Support, sondern als Ersatzstarter an den Start gehen. Die spontane Umstellung meistern beide jedoch eindrucksvoll.

Schon beim Schwimmen präsentiert sich das Team stark: Fabian Schmider und Maximilian Graf erwischen einen hervorragenden Schwimmstart. Fabian hängt sich lange an die Füße von Philipp Adam und schafft nach dem Australien-Exit den Sprung in die vordere Gruppe. Auch Maximilian überzeugt im Wasser und legt den Grundstein für ein gelungenes Rennen. Philipp muss im Freiwasser zwar etwas kämpfen, findet anschließend aber gemeinsam mit Fabian nach einem schnellen T1 eine gute Radgruppe.

Auf der anspruchsvollen Radstrecke schenken sich die Starter nichts. Immer wieder wechselten die Gruppenkonstellationen, was für hohe Intensität sorgt. Fabian und Philipp halten sich wacker in der Gruppe. Während Philipp etwas schwere Beine auf die Laufstrecke mitnimmt, kämpft er sich dennoch souverän durch und belegt einen hervorragenden 7. Platz. Fabian mobilisiert auf den Gravel-Passagen noch einmal alle Reserven, sichert sich mit einem starken Schlusssprint den 12. Platz und zeigt sich nach seinem Spontaneinsatz überglücklich. Auch Maximilian belohnt sich nach dem starken Schwimmen mit einem rundum gelungenen Wettkampf.

Weniger Glück hat Matthias Storz: Nach einem kräftezehrenden Schwimmen reißt ihm auf der Radstrecke der Schaltzug, was ihn unglücklich zur vorzeitigen Aufgabe zwingt.

Trotz des unglücklichen Materialausfalls bei Matthias bleibt die Stimmung im Lager der Lemminge bestens, was auch auf die vielen teilweise mit dem Rad angereisten Supporter zurückzuführen ist. Namentlich erwähnt sei hier Matze Mann, dessen Anfeuerungen leistungssteigerndes Potenzial haben und der sich nicht zu Schade ist auch ein ganzes Rudel Lemminge als Grillmeister beim gemeinsamen Mannschaftsabend auf dem Campingplatz zu verköstigen. Wir freuen uns schon auf die nächste gemeinsame Saison!

Text: Lemminge; Fotos: Verena Scholl, Sascha Schwedes, Fabian Schmider