Zwei Lemminge, zwei Podestplätze beim Frankfurt City Triathlon 2026

Timo Rothweiler und Bettina Schwind waren am Sonntag, den 02. August auf der Mitteldistanz beim Frankfurt City Triathlon unterwegs.

Eigentlich sollte dieses Rennen Timos Jahreshöhepunkt 2026 werden. Doch die Vorbereitung war extrem zäh: Eine Schienbeinverletzung, Magen-Darm-Infekte und Erkältungen machten ein geordnetes Training fast unmöglich. Ohne große Erwartungen und ohne Gedanken an eine Platzierung ging es am Sonntag mit Top-Startplatz ins Rennen – das Ziel war schlicht Durchkommen.

Aufgrund der Wassertemperatur war der Neoprenanzug erlaubt, wofür sich Timo auch entschieden hatte. Ab in den Neo und hinein in den Massenstart mit rund 100 anderen Athleten. Die ersten Meter liefen gut, doch nach etwa 800 Metern konnte er das Tempo der Gruppe nicht mehr mitgehen und musste sie ziehen lassen. Die restlichen Meter ist er ziemlich einsam geschwommen. 

Anders lief es bei Bettina: sie verzichtete auf den Neo, jedoch nicht auf die Warteschlange vor dem WC und das wenigstens sehr kurze Einschwimmen. Der Preis dafür war ein sehr später Start, weil ein Durchkommen nach vorne nicht mehr möglich war. Auf dem ersten Teil der Strecke fand sie sich unter vielen Brustschwimmen wieder, die ihr immerhin die Orientierung abnahmen. So konnte sie relativ locker und wie sich später herausstellte, sechs Minuten schneller als 2024 die 2 km abspulen.

Der Schwimmausstieg verlangte dann direkt die nächsten Körner: Ein steiler Weg über losen Sand hinauf zur Wechselzone forderte Beine und Lunge ordentlich heraus.

Beide Lemminge fühlten sich auf dem Rad gut. Timos Beine spielten sofort mit. Auf den flachen 80 km konnte er sein Tempo konstant und gleichmäßig durchziehen.

Am Ende der dritten Runde hatte Bettina eigentlich keine Lust mehr auf eine vierte. Der Wind und ihr Rücken machten ihr zu schaffen. Doch mit der Information, dass sie nur zwei Minuten hinter der momentan zweiten ihrer AK lag, fiel die letzte Runde plötzlich überraschend leicht.

Wegen der verletzungsbedingten Laufpausen beider Lemminge ging es ohne große Erwartungen auf die Laufstrecke. Beide nahmen sich vor, die Runden einfach einzeln abzuarbeiten. Bettina wartete insgeheim auf die Information, bereits auf Platz vier durchgerutscht zu sein, um ins Gehen wechseln zu dürfen.

Als Timo auf der dritten Runde vom Streckenrand zugerufen wurde, dass er auf Platz 2 in seiner Altersklasse liege, war die Freude echt groß! Dieser Extra-Schub Motivation trug ihn konstant durch die restlichen Runden, sodass er sich souverän Platz 2 in der AK M40 sichern konnte.

Gegen Ende der dritten Runde erfuhr auch Bettina, dass es zum Podest reiche. Und das spornte auch sie an, weiter zu machen. Total happy lief sie als 3. der AK W55 ins Ziel.

Insgesamt war es für beide ein toller Tag bei einer super organisierten Veranstaltung. Und Timo nimmt mit, dass er auch bei nicht so guter Vorbereitung sein Lemmingshirt immer parat haben sollte.

Text und Bilder: Bettina Schwind und Timo Rothweiler