GFNY. Vogesen. Tour.

Zwölf Lemminge, eine Woche Vogesen, jede Menge Höhenmeter und ein Programm, das kaum eine Verschnaufpause zuließ – beste Voraussetzungen für eine gelungene Mischung aus Sport, Gemeinschaft und guter Laune.

Ein Trainingslager beginnt idealerweise mit lockerem Einrollen, vorsichtigem Herantasten an die Berge und einem entspannten Café-Stopp. Man kann es aber natürlich auch anders machen. Zum Beispiel mit dem GFNY Grand Ballon.

Und so starteten die Karlsruher Lemminge am 11. Juli direkt mit einem Radmarathon in ihre gemeinsame Woche in den Vogesen. Statt die Beine langsam an die kommenden Höhenmeter zu gewöhnen, ging es gleich zur Sache. Der Grand Ballon und die umliegenden Anstiege sorgten dafür, dass bereits am ersten Wochenende niemand mehr fragen musste, ob das Trainingslager eigentlich schon richtig begonnen hatte.

Nach dem GFNY ging es nahtlos weiter mit fünf Tagen gemeinsamer Ausfahrten in den Hochvogesen. Michael und Hans W. hatten dafür abwechslungsreiche Touren zusammengestellt, die landschaftlich wie sportlich kaum Wünsche offen ließen.

Hier noch eine kleine Sonderinfo für die Statistikfreunde am Rande: Unser meistbefahrener Anstieg war nicht der Grand Ballon, sondern die Strecke vom Ort bis zu unserer Unterkunft. Ab dem Abzweig waren das zwar jedes Mal nur 1,6 km und 140 hm – von uns liebevoll „die Fistel“ genannt –, aber in der Summe hatte es das in sich. Schon 64 Auffahrten hätten für ein Team-Everesting gereicht, aber das haben wir in der Woche deutlich überschritten.

Am Samstag wartete dann der Höhepunkt der Woche mit der 14. Etappe der Tour de France. Unsere Unterkunft lag direkt an der Strecke und zwar genau am Beginn des Schlussanstiegs zum Col du Haag. Eine bessere Lage hätten wir uns kaum aussuchen können. Während andere Zuschauer früh anreisen und sich einen Platz sichern mussten, konnten wir schon morgens den Schlussanstieg antesten und die beeindruckende Atmosphäre entlang der Strecke bis zur Zielankunft in Le Markstein erleben.

Nach Besuch des Zielankunft-Bereichs in Le Markstein drehten wir selbst noch eine Runde, feuerten das Peloton anschließend im Anstieg zum Grand Ballon an und waren rechtzeitig zurück an unserer Unterkunft, um die Fahrer am Beginn des Schlussanstiegs gleich ein zweites Mal vorbeifliegen zu sehen.

Nachdem wir dieselben Straßen zuvor schon selbst – teilweise mehrfach – unter die Räder genommen hatten, war es umso faszinierender, die besten Fahrer der Welt dort in Aktion zu erleben.

So vergingen neun Tage wie im Flug: der GFNY Grand Ballon zum Auftakt, gemeinsame Ausfahrten durch die Vogesen, viele Stunden auf dem Rad, gemeinsames Kochen, Tour-de-France-Abende, Hitster, Um Reifenbreite, Tischtennis, Tischkicker, Sonne, engagierte Diskussionen – und als Krönung die Tour de France direkt vor unserer Haustür. Kilometer wurden gesammelt, Höhenmeter ebenso.

Vor allem aber gab es genau das, was ein Lemming-Trainingslager ausmacht: gemeinsam Rad fahren, gemeinsam kochen, gemeinsam lachen, gemeinsam diskutieren – und am Ende mit einer Menge schöner Erinnerungen nach Hause fahren.

Text: Hans Helwing, Max Helwing, Hartwig Holzapfel und Niko Hülsmann Fotos: Karlsruher Lemminge