Liga Erbach: Hitzeflucht ins laue Schwabenland

Wenn an einem Wochenende Hitzerekorde purzeln, Sportveranstaltungen verkürzt oder sogar abgesagt werden und Wetterdienste zu drastischen Hitzeschutzmaßnahmen raten, dann kann es gut sein, dass man dabei eine Horde Lemminge bei einem Triathlonwettkampf findet: Ziel der Reise war der traditionsreiche Ligawettkampf in Erbach bei Ulm.

Bereits am Samstag machten sich die Lemminge aus Karlsruhe auf den Weg nach Erbach, um gemeinsam in das Wettkampfwochenende zu starten. Nach der Mittagsanreise wurde zunächst ein klimatisiertes Café in Beschlag genommen, um sich bei Kaffee und Kuchen zu stärken und den Temperaturen für einige Zeit zu entfliehen. Als die Blicke der Bedienung langsam signalisierten, dass die Lemminge den klimatisierten Aufenthalt wohl ausreichend ausgereizt hatten, zog die Mannschaft weiter an den Baggersee.
Dort wurden beim Einschwimmen mit vollem Einsatz bereits die Bojen leicht „optimiert“, um den weniger schwimmstarken Athleten einen kleinen taktischen Vorteil zu verschaffen. Ob die Kampfrichter etwas davon bemerkt haben, bleibt unser kleines Geheimnis. Nach einer weiteren Stärkung mit reichlich Kuchen und Wassermelone machten sich einige Athleten auf, die Radstrecke abzufahren, während andere lieber den Schatten und das angenehm kühle Wasser genossen.

Den Abend verbrachte das Team traditionell beim nahegelegenen Italiener – gemeinsam mit Partnern und Freunden. Übernachtet wurde größtenteils bei den Eltern von Dominik, während zwei Lemminge bei einem Ex-Lemming unterkamen, der mittlerweile in Ulm lebt. Die größte Überraschung des Tages war jedoch das Klima: Laut Wetterdienst war es in Ulm ganze sieben Grad kühler als in Karlsruhe – fast schon erfrischend. Das sind eigentlich perfekte Voraussetzungen für eine ruhige Nacht. Eigentlich. Denn ein besonders engagiertes Schnarchmonster sorgte dafür, dass zumindest die männlichen Lemminge ihre Schlafqualität deutlich unter ihren Erwartungen verbuchen mussten. Ob dahinter eine ausgeklügelte Taktik im Kampf um die Teamhierarchie steckte, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden.

Nach dem Check-in eröffneten die Herren der 1. Liga den Wettkampftag. Dennis Fleckenstein und Erik Schöfer zeigten eine starke Schwimmleistung und erwischten die erste große Radgruppe. Rund 40 Sekunden später folgten Dominik Beck, Holger Körner und Niklas Felhauer aus dem Wasser. Unglücklicherweise sprang Niklas beim Radaufstieg die Kette herunter, wodurch Dominik und Holger die Verfolgung der Spitzengruppe zunächst zu zweit aufnehmen mussten. Trotz hoher Investition gelang es nicht, die Lücke zu schließen. Um sich nicht komplett zu verausgaben, warteten sie schließlich auf die nachfolgende Radgruppe. Auf der Laufstrecke hatte Holger noch Körner und pflügte förmlich durchs Feld. Auch Niklas und Dominik konnten noch einige Plätze gutmachen, sodass das Team am Ende mit einem starken 7. Platz belohnt wurde.

In der 3. Liga überzeugte David Reichenbacher einmal mehr mit einer starken Schwimmleistung. Julian Beisel, Jan Allmenröder und Henning Lulei folgten rund zwei Minuten später, wobei Henning leider den Anschluss an die Radgruppe verpasste. Die Radgruppe von Julian und Jan harmonierte hervorragend. Gemeinsam erzielten sie die schnellste beziehungsweise drittschnellste Radzeit des Tages und schlossen kurz vor der zweiten Wechselzone sogar zu David auf. Auf der Laufstrecke zeigte Julian erneut seine große Stärke und lief bis auf den 3. Platz der Einzelwertung nach vorne. In der Mannschaftswertung wurde diese geschlossene Teamleistung schließlich mit einem hervorragenden 2. Platz belohnt.

Als Nächstes ging es für die Mädels ins nicht ganz so kühle Nass. Mit soliden Schwimmleistungen sicherten sich Laura Rautenberg und Sarah Dörfler Plätze in starken Radgruppen, während Liv Sauer und Leni Beck zunächst alleine unterwegs waren. Liv hatte allerdings Glück, wurde von zwei von hinten kommenden Athletinnen eingesammelt und konnte von deren Windschatten profitieren. Beim abschließenden Laufen erwischte Laura gute Beine und konnte sich so am Ende den 12. Platz in der Einzelwertung sichern. Auch Leni konnte noch ein paar Plätze gutmachen. Insgesamt kamen die Mädels auf einen 11. Platz in der Gesamtwertung.

Besonders erwähnenswert ist auch die Leistung von Lemming Theresa Körner – die professionell bedingt – an der Landesmeisterschaft der Polizei teilnahm, diese bei den Frauen souverän gewann und in der Gesamtwertung sogar Platz 3 erreicht. Theresa qualifiziert sich durch den Sieg für die Deutschen Polizeimeisterschaften 2027 in Berlin!

MasterINNEN wie auch Masters waren jeweils mit nur drei Starter:innen angetreten, um ihre Platzierungen in der Tabelle zu bestätigen. Aller Ersatz war im Vorfeld schon aufgezehrt und dahingeschmolzen. Beide Teams bestanden, bis auf je eine:n gesetzte:n Starter:in, nur aus Ersatzstarter:innen. Im Wettkampf musste also alles klappen.
Dankbar nahmen die MasterINNEN und Masters die Temperaturen am Morgen an, die etwas milder ausfielen als die eigentlich vorausgesagten 39 °C, und lieferten solide ihr Bestes ab. Daniel Flöter war mit seinem Schwimmgefühl im Mittelfeld immer zufriedener, Frank Pählke und Volkmar Roth konnten beim Radfahren mit Windschattenverbot richtig dicke Gänge auflegen. Die MasterINNEN konnten einzelne Männer einkassieren und wurden jeweils Erste oder Erste und Zweite in ihren AKs. Bettina Schwind schloss mit einer schnellen Radzeit bis zum Ende zu Marion Roth auf. Marion konnte beim Freiwasserschwimmen mit ihrer Konkurrenz gut mithalten. Andrea Raubach komplettierte das Endergebnis mit der schnellsten Laufzeit vom MasterINNEN-Team. Ein rundum gelungenes Wochenende also – mit viel Teamgeist, starken Leistungen und sommerlichen Temperaturen.

Text: Dominik Beck und Daniel Flöter, Fotos: Maximiliane Thron und David Rautenberg