Leiden in der Bundesliga und starke DM-Einzelergebnisse am Rothsee

Während ganz Deutschland von der aktuell anhaltenden Hitzewelle überrascht wird, haben die erfahrenen Starter der 2. Bundesliga keineswegs etwas anderes für das Wochenende erwartet. Schließlich kann man die Sportuhr danach stellen, dass alljährlich pünktlich zum Ligarennen am Rothsee die Temperaturen erstmals deutlich über die 30-Grad-Marke steigen.

So trafen sich Joona, Philipp, Manu, Samu und Chris am Samstagmorgen bei bereits warmen Temperaturen, um gemeinsam mit den Supportern Lotti und Matze ins Fränkische zu fahren. Nach 2,5 Stunden Fahrt war man bereits angekommen, und nun galt es, sich auf den Wettkampf einzustellen und die Sonne bestmöglich zu meiden. Denn zusätzlich zu den gewohnt hohen Temperaturen hat der Start am Nachmittag (der wärmsten Zeit des Tages) hier Tradition.

Nach Streckencheck und Check-in ging es für unsere Jungs um 16:10 Uhr ins Getümmel beim Schwimmen. Joona kassierte in seiner eigentlich stärksten Disziplin einen harten Tritt und musste von da an mit starker Übelkeit kämpfen. Auch Philipp hatte im Wasser zu kämpfen und konnte den Anschluss leider nicht halten. Chris, Manu und Samu erwischten dagegen ein gutes Schwimmen und kamen „in the Mix“ zum ersten Wechsel.
Doch schon kurz darauf folgte das nächste Unglück für uns, als Manu seinen Radschuh kurz nach dem Aufstieg aufs Rad plötzlich auf der Straße wiederfand. Nach dem Aufheben und Anziehen des Schuhs war die Gruppe leider ebenfalls weg.

Besser lief es für Samu und Chris, denen es gelang, eine Gruppe nach der anderen aufzufahren und mit diesen bis an die Spitze des Feldes vorzustoßen. Aus der so entstandenen, etwa 50 bis 60 Mann starken Gruppe entwickelte sich somit eine Laufentscheidung. Hier wurde die Hitze dann noch einmal zum Endgegner, denn zu allem Überfluss verläuft die Laufstrecke auf dem schattenlosen Deich des Rothsees über weißen Schotter. Der ehemalige Lemming (heute für Freiburg startend) Stephan Petrik beschrieb die über zwei Runden führende Strecke passend mit den Worten: „Zweimal in die Sahara und zurück.“

Alle Athleten hatten merklich mit der Hitze zu kämpfen, aber Chris und Samu gelang es den Umständen entsprechend gut, das Tempo möglichst hoch zu halten. Sie kamen schließlich als 31. und 37. ins Ziel, wo die verdienten Duschen und das traditionell sehr beliebte Finishergeschenk wartete.

Nachdem sie auf dem Rad nicht so gut in den Gruppen Kräfte sparen konnten, wurde das Laufen für Manu und Philipp noch einmal etwas härter. Sie komplettierten das Teamergebnis auf den Plätzen 57 und 66. So reichte es für uns am Rothsee leider nur für Rang 14 in der Mannschaftswertung. Wir lassen den Kopf aber nicht hängen und fahren bereits am nächsten Wochenende mit neuer Motivation nach Trebgast. Dort sind wir mit einem etwas glücklicheren Rennverlauf optimistisch, uns wieder etwas weiter vorne platzieren zu können.

Zusätzlich zum Herrenteam startete Resi Körner für das Tübinger Team im Frauenfeld. Hier lief es deutlich runder, und Resi konnte mit einem starken 17. Platz ihrem Team zu Rang drei in der Mannschaftswertung verhelfen.

Am Sonntag ging es am Rothsee direkt weiter mit der Triathlon-Action. Für Holger Körner, Uli Lüttel und Peter Butzer stand das Rennen um die Deutsche Meisterschaft über die Olympische Distanz an. Bei ebenfalls heißen, aufgrund der früheren Tageszeit jedoch etwas angenehmeren Bedingungen gingen die drei mit großen Ambitionen in den Rothsee.

Nach starken Rennen zeigte sich, dass diese Ambitionen durchaus berechtigt waren: Mit Platz 2 für Uli (mit einem denkbar knappen Rückstand von 2 s auf den Sieger) und Platz 3 für Holger in ihren Altersklassen konnten gleich zwei DM-Medaillen nach Karlsruhe geholt werden. Auch Peter zeigte ein sehr gutes Rennen und belegte mit Platz 5 ebenfalls eine starke Platzierung in seiner Altersklasse.

Text: Christian Krämer, Bilder: Karlsruher Lemminge