Aufholjagd in Neckarsulm – Streckenkenntnis zahlt sich aus
Sonntag, 6 Uhr Alter Schlachthof. Nach kurzem Beladen der Autos und einem kleinen Kampf mit zu wenigen Spanngurten für die Fahrräder begibt sich das Team der 1. BaWü-Liga und das der Frauenliga auf den Weg nach Neckarsulm zum zweiten Rennen der Saison. Ein Team-Wettkampf steht an.
Gut am Bad angekommen machen sich die beiden Teams auf zu einem Streckencheck der Radstrecke. Diese Entscheidung erweist sich später als äußerst nützlich. Die Strecke überrascht, denn sie ist deutlich hügeliger und verwinkelter als gedacht.
Nachdem die Wechselzone eingerichtet ist, fällt auch schon der Startschuss.
Zunächst zum Rennen der Herren: Hier gingen Holger Körner, Chris Krämer, Dennis Fleckenstein und Manu Kuhn an den Start. Die 4×300 Meter absolvieren die Herren der 1. BaWü-Liga souverän. Dank starker Leistungen von Chris und Manu beim Schwimmen, kommt das Team unter den ersten Zehn in die Wechselzone. Nach einer kurzen Findungsphase rollt das Vierergespann los. Doch schon nach ca. einem Rennkilometer auf dem Rad ereignet sich eine rennentscheidende Szene.
Mehrere Teams verpassen den ersten Abzweig – nicht so die Lemminge! Sie profitieren von ihrer vorherigen Streckenbesichtigung. Beim ersten Wendepunkt zeigt sich das Ausmaß der Streckenkenntnis: Das Team befindet sich nun schon an Position vier.
Doch damit ist die Aufholjagd noch nicht vorbei. Runde um Runde arbeitet sich der Lemminge-Express nach vorne. Dabei zeigt Dennis enormen Einsatz: Nach vier Runden ist der einminütige Rückstand zugefahren und der Zusammenschluss geschafft. Plötzlich ist das Podium in Reichweite!

In der Wechselzone machen Chris und Manu sofort Druck. Durch ihren blitzschnellen Wechsel reißen sie die erste Lücke zu den anderen beiden Teams und erarbeiten den Lemmingen wertvolle Sekunden Vorsprung. Dennis hat seinen Job auf dem Rad erledigt – er kann das Rennen ab jetzt etwas entspannter zu Ende bringen.
Für die restlichen drei Starter geht es weniger entspannt weiter. Sie liefern sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Teams aus Tuttlingen und Süßen um die Plätze zwei, drei und vier. Die drei leicht hügeligen, 1,6 Kilometer langen Runden sind schonungslos. Vor allem Manu hat zu diesem Zeitpunkt schon schwer zu kämpfen. Hauptsächlich Holger, aber auch immer wieder Chris, schieben ihn (tragen trifft es vielleicht auch ganz gut) immer wieder am Anstieg und in den flachen Passagen.
Auf der zweiten Hälfte der letzten Runde zieht das Team aus Süßen vorbei, aber auch die Tuttlinger lassen nicht locker. Am Ende bringt das Team einen sehr starken, hart umkämpften dritten Platz mit knapp fünf Sekunden Vorsprung auf Platz vier ins Ziel.

Kurze Zeit später fällt auch der Startschuss für die Frauenliga. Hier gehen Mareike Schläger, Amelie Hotz, Liv-Marie Sauer und Lotti Bassler an den Start.
Auch für sie stehen 4x300m im Staffelformat auf dem Programm. Durch eine souveräne Teamleistung im Becken positioniert sich das Team im Mittelfeld auf Platz 13. Von nun an gibt es nur noch eine Tendenz: Nach vorne! Im anschließenden Radfahren spielen die Lemminge ihre Stärke aus. Das Team arbeitet auf der Radstrecke super zusammen und macht Runde für Runde Plätze gut. Leider zollt Liv dem hohen Tempo der anderen drei Tribut und lässt eine Lücke reißen. Beim Sonderformat des Teamsprints bedeutet das, dass sie das Rennen nicht fortführen darf.
Die verbliebenen Starterinnen bestreiten das Rennen nun zu dritt. Ab jetzt darf kein Fehler mehr passieren, denn es gibt kein Streichergebnis mehr. Eingespielt absolvieren Lotti, Amelie und Mareike die Radstrecke. Mit der viertschnellsten Radzeit wechseln sie auf Platz 9 auf die abschließenden 5 Kilometer zu Fuß.
Doch auch hier ist die Reise nach vorne noch nicht vorbei. Mit einer nicht weniger starken Laufleistung arbeiten sich die Athletinnen Stück für Stück weiter vor. Durch kräftige Schiebe-Einsätze von Lotti und zusätzliche Unterstützung vom Streckenrand macht das Team noch einen Platz gut. Dabei stellt Amelie zudem noch eine neue 5km-Bestzeit auf. Alles in allem bringt das Team durch einen geschlossenen Auftritt einen starken 8. Platz ins Ziel.

Text: Manuel Kuhn; Fotos: Tim Schlindwein